Interview mit Pietro Otto und Qendrim Ademi vom Conrad Marketplace

Als Marktplatz-Agentur beobachten wir natürlich den gesamten Marktplatz-Commerce, denn neben dem Marktführer Amazon und trotz Konsolidierungstendenzen im Markt gibt es nach wie vor noch etliche weitere, oft kleinere oder auch neue Marktplätze. Immer öfter beobachtet man auch die Öffnung von Onlineshops für Drittanbieter als Marktplatz, wie es Amazon im Jahr 2000 vorgelebt hat und so wie beispielsweise Otto oder Zalando.

Heute möchten wir Euch ein weiteres Beispiel eines interessanten Marktplatzes vorstellen: Den Conrad Marketplace. Im Juni 2017 ging die Beta-Version mit ersten Sellern (Händlern) online. In unserem Update-Interview verraten uns Pietro Otto, Senior Director Marketplace bei Conrad, und Qendrim Ademi, Marketplace Development Expert bei Conrad, wie es aktuell läuft und wie man Marketplace-Händler bei Conrad werden kann.

Wieviele Händler verkaufen schon auf dem Conrad Marketplace?

Pietro Otto: „Im April dieses Jahres verkauften über 50 externe Partner über den Conrad Marketplace, mittlerweile sind 90 Partner auf der Plattform aktiv. Und dann schieben wir aktuell noch eine lange Pipeline mit weiteren 80 Partnern vor uns her, die auf ihr Onboarding warten. Wir kommen aufgrund interner Kapazitäten aktuell kaum hinter der Nachfrage her. Das Interesse im Markt war auf Partnerseite von Anfang an enorm.“

Wie wird man Conrad Marketplace-Händler?

Qendrim Ademi: „Wichtig ist uns, dass unsere Partner ISO-9001-zertifiziert sind bzw. bei fehlender Zertifizierung vom Conrad Marketplace Team auditiert werden. Außerdem suchen wir Verkäufer mit einem großen Sortiment, weil wir ein möglichst breites Angebot mit möglichst wenigen Händler abdecken wollen. Die ausgewählten Händler müssen zudem schnell liefern können – in spätestens 48, besser in 24 Stunden will Conrad jede Bestellung zum Kunden gebracht haben – außer bei fest angegebenen Lieferzeiten. Auch deshalb wollen wir einen persönlichen Kontakt zu jedem neuen Partner aufbauen – auch wenn die Warteliste im Nacken drückt. Das ist unverzichtbar, um das Qualitätsversprechen von Conrad auch mit der neuen Plattform einhalten zu können.“

Welche Vorteile hat man als Händler auf dem Conrad Marketplace?

Pietro Otto: „Unsere Partner haben Preishoheit über ihre Angebote und wir reden ihnen auch bei der Sortimentsgestaltung nicht rein. Sie können auch Produkte anbieten, die auf dem Marktplatz bereits gelistet sind – auch solche, die Conrad selbst anbietet. Wir kommunizieren ganz klar: Wenn Conrad ein Produkt anbietet, kommt das Conrad-Angebot in die Buy Box – die günstigeren Angebote anderer Händler werden zusätzlich auf der Produktseite angezeigt. Wenn Conrad ein Produkt nicht führt, dann schafft es der Marketplace-Partner mit seinem Angebot in die Buy Box, der eine Mischung an Anforderungen erfüllt – und diese Mischung legen wir immer offen. Jeder Händler kann genau nachlesen, wie er es mit seinen Produkten in die Buy Box schafft.“

Karim-Patrick Bannour

Karim-Patrick Bannour

Karim-Patrick Bannour ist Gründer und Geschäftsführer von viermalvier.at. Seit 1998 beruflich in der Internetbranche tätig, hat er 2009 seine eigene Social Media Agentur gegründet und ist Co-Autor des Social Media Marketing Bestsellers "Follow me!" bei Rheinwerk-Verlag. Er ist Managing Partner von Marktplatz1 und Autor des Marktplatz1-Blogs mit dem Schwerpunkt Marktplatz-Marketing.
Karim-Patrick Bannour

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