Autor: Klaus Forsthofer

  • Interview mit Christoph von Lattorff vom B2B-Marktplatz Mercateo

    Interview mit Christoph von Lattorff vom B2B-Marktplatz Mercateo

    Christoph von Lattorff, Country Manager Mercateo Österreich & Schweiz

    Christoph von Lattorff (Jahrgang 1970) absolvierte seinen MBA an der Edinburgh Business School. Seine berufliche Laufbahn startete er bei der ONE GmbH (Orange Austria Telecommunications GmbH) als „Head of Products and Services“ und wechselte 2004 zu Bio Diesel Technologies als Marketing – und Vertriebsleiter. 2011 übernahm er die Position als Country Manager bei der Mercateo Austria GmbH und leitete von 2014-2016 als Ressortleiter das Ressort „B2B und Großhandel“ und leitet seit 2016 das Ressort Einkauf & int. Beschaffung beim österreichischen Handelsverband.

    Christoph von Lattorff
    Christoph von Lattorff

    Herr Lattorff, wie beurteilen Sie den B2B-Markt bzw. den anteiligen B2B-Onlinemarkt in Österreich? (Zahlen, Daten, Ihre persönliche Erfahrung)

    Christoph von Lattorff: Der Großhandel erwirtschaftet fast 2 Drittel der gesamten heimischen Handelsumsätze, allerdings gibt es leider keine Studien wie groß der B2B-Onlinemarkt in Österreich ist.

    Was ist Mercateo und wo steht es in AT? Was sind die Vorzüge für Anbieter und Gewerbekunden auf Mercateo?

    Mercateo ist eine führende europäische B2B-Beschaffungsplattform, also ein Marktplatz, der mit über 70 Mio. Artikel Europaweit und über 12 Mio. Artikel in Österreich vom Bürobedarf über Hardware, IT, Elektronik, Betriebs-und Lagerausstattung bis zu Hotel- & Gastronomie so gut wie jeden Bedarf abdeckt.

    Presseinformation von Mercateo
    Presseinformation von Mercateo

    Welche USPs sehen Sie für Mercateo gegenüber anderen Anbietern, allen voran Amazon Business?

    Bei Mercateo hat man als Unternehmen die Auswahl aus rd. 12,2 Mio. Artikel für den täglichen bis spezialisierten Fachbedarf aus 12 branchenübergreifenden Kategorien. Mercateo Kunden profitieren von der hervorragenden Suche und der einzigartigen Warenkorboptimierung die unseren Kunden vollautomatisch immer das wirtschaftlichste Angebot anzeigen.
    Viele unserer Groß- und Systemkunden nutzen Mercateo oft auch um Ihren gesamten Randbedarf über Mercateo als 1 Kreditor abzudecken. Dort sind wir als Mercateo mit unserem Marktplatz direkt via Schnittstelle in deren Warenwirtschaftssysteme voll integriert und somit profitieren unsere Partner (Vorlieferanten) direkt von diesen digitalen Anbindungen.
    Für viele Händler und Partner ist unsere Plattform ein spannender und sehr einfacher, lukrativer, und vor allem neutraler Vertriebskanal. Da wir kein eigenes Mercateo Sortiment vertreiben, stehen wir nicht im Wettbewerb mit unseren Händlern/Partnern.

    Wie wird sich der B2B-E-Commerce Ihrer Meinung nach in den nächsten Monaten und Jahren in AT entwickeln?

    Ich denke, der B2B-E-Commerce Markt in Österreich hat im Vergleich zu Deutschland und anderen EU Ländern starken Aufholbedarf. Wobei wir bei Mercateo in Zukunft sehr stark auf die Vernetzung, sprich die 1:1 Beziehung zwischen Anbietern und Kunden setzen.

    Welche Zahlen / Daten / Fakten weißt Mercateo.at aus (Reichweite, Kaufverhalten, Conversion, Warenkorbewerte)?

    Diese Zahlen/Daten kann ich leider nicht öffentlich machen – außer das wir seit der Gründung der Mercateo Austria GmbH im Jahr 2012  immer zweistellige Wachstumsraten erzielen konnten.

    Welche Gebührenstruktur/Anfangskosten gibt es für Händler?

    Für (Shop-)Kunden ist die Mercateo Plattform kostenlos. Für Händler und Partner verrechnen wir eine einmalige Gebühr und eine sehr geringe monatliche Gebühr, die sortimentsabhängig ist (je nach Kategorie/Branche).

     

     

  • Feedback-Management durch Kibly: Bringt das Tool mehr Bewertungen auf Amazon?

    Feedback-Management durch Kibly: Bringt das Tool mehr Bewertungen auf Amazon?

    Rezensionen auf Amazon: Eine Problemstellung für viele Seller

    Jeder Amazon-Verkäufer kennt das Problem: Zufriedene Kunden hinterlassen nicht so oft Feedback als Unzufriedene. Psychologisch gesehen ist das nachvollziehbar: Wut über ein defektes Produkt oder eine fehlerhafte Lieferung motivieren einen eher, als eine Bestellung, bei der wie fast immer alles in Ordnung war. Das kann problematisch sein, denn Seller-Rezensionen sind für den Gewinn der BuyBox obligatorisch, während ein mit durchschnittlich 4 Sternen bewertetes Produkt bereits viel weniger geklickt wird als eines mit 4,5 Sternen.
    Oft hilft es jedoch, zufriedene Kunden zu einer Bewertung aufzufordern. Vor allem für größere Seller ist das aber per Hand im Grunde nicht leistbar. Mit Kibly* gibt es nun ein weiteres Tool auf dem Markt, durch das die Anzahl von 5-Sterne-Rezensionen vergrößert werden soll. Doch was leistet der Drittanbieter tatsächlich? Wir haben das Interface für euch ausführlich getestet.

     

    Auswahl des Preismodells

    Preismodell des Feedback-Tools
    Die drei Preismodelle von Kibly

    Nach einem Klick auf die Kibly-Startseite* wird uns zuerst ein 14-tägiger, kostenloser Testzeitraum angeboten. Als Tarife stehen „Small Business“, „Professional“ und „Extreme Seller“ zur Verfügung. Diese unterscheiden sich durch die Anzahl der E-Mails, die pro Monat verschickt werden können: $37 für 6.000, $97 für 30.000 und $297 für 120.000 Mails. Kibly liegt damit preislich im unteren Bereich: Vergleichbare Tools wie Salesbacker oder Feedback Genius sind derzeit (Stand: April 2017) teilweise doppelt oder fast viermal so teuer.
    Allerdings finden wir es etwas schade, dass es keine kostenfreie Variante im Rahmen eines Freemium-Modells gibt. Bei Salesbacker können kleine Seller z.B. 120 Mails pro Monat kostenlos verschicken.

    Interface und Bedienung

    Der erste Start

    Kibly - Start-Interface
    Das Interface von Kibly ist einfach gestaltet und überzeugt durch seine reduzierte Oberfläche.

    Der erste Eindruck ist sehr positiv: Die Einarbeitung in das Tool ist simpel und geht relativ schnell. Eine übersichtliche Oberfläche mit viel freiem Raum und großen Buttons erleichtert das Zurechtfinden. Allerdings stießen wir relativ schnell auf einige Bugs, zum Beispiel Seitenabstürze und eingefrorene Oberflächen. Da Kibly gerade erst gestartet ist, gehen wir davon aus, dass diese Probleme in Zukunft behoben werden.
    Kibly gibt an, dass die Ersteinstellung im Rahmen eines „3 Minute Setup“ funktionieren soll. Nach dem Login begrüßt uns ein Pop-Up mit einem kurzen Tutorial-Video, das allerdings fast 8 Minuten lang ist :)
    Auf dem Dashboard sehen wir zuerst eine Statistik der versendeten E-Mails und können unter anderem auslesen, wie viele davon tatsächlich geöffnet worden sind und wie viele Adressaten den Link geklickt (und damit wahrscheinlich Feedback abgegeben) haben. Eine sehr nützliche Funktion, die es uns erlaubt, die Effektivität unserer Textvorlage zu überprüfen.

    Detailansicht auf dem Dashboard
    Einfaches Auslesen der relevanten Statistiken

     

    Der Template-Builder

    Mithilfe des Template-Builders können wir E-Mail-Vorlagen bauen. Platzhalter wie @BUYERFIRSTNAME oder @YOURNAME erlauben eine Personalisierung der Mail. Im Idealfall merkt der Kunde gar nicht, dass wir seine Nachricht automatisch erstellt haben. ;)
    Das System ist dabei selbsterklärend, ein WYSIWYG-Editor vereinfacht die Sache zusätzlich.
    Besonders gut gefällt uns, dass wir über den „E-Mail Scheduler“ Nachrichten zu verschiedenen Anlässen erstellen und zeitlich planen können. Z.B. direkt nach dem Kauf eine kurzes Dankeschön, ein paar Tage später eine kurze Aufforderung zur Bewertung etc.
    Da wir auch verschiedene E-Mail-Kampagnen erstellen können, sind wir dazu in der Lage, bestimmte strategische Produkte zu forcieren und so schneller Bewertungen zu sammeln.

    Der Feedback-Assistent von Kibly
    Der Feedback-Assistent von Kibly bietet ebenfalls nützliche Funktionen

    Mithilfe des Feedback-Assistenten können wir E-Mail-Alarme bei negativen Bewertungen abonnieren und Negativ-Rezensenten automatisch von unserer Liste streichen. Zusätzlich können wir eine recht übersichtliche Tabelle einsehen, in der wir den Feedback-Verlauf beobachten können.
    Auch über das Ranking in der jeweiligen Produktkategorie informiert uns eine Statistik, anscheinend jedoch lediglich im Bezug auf die oberste Ebene (wir sehen bei einer Hose z.B. das Ranking in der Kategorie Bekleidung, aber nicht in der Subkategorie Hosen…)
    Hier wäre noch etwas Feinarbeit gefragt. Allerdings sehen wir diese Features auch eher als Bonus: Die Hauptfunktion von Kibly, das Versenden von Reminder-E-Mails, funktioniert hervorragend.

     

    Effektivität und Fazit

    Mit Kibly ist ein relativ neuer Anbieter auf dem Markt, der automatisierte Reminder-Mails für Amazon verschickt, und das zu einem deutlich günstigerem Preis als viele Konkurrenten. Obwohl die Stabilität der Oberfläche und die zusätzlichen Funktionen uns noch nicht zu 100% zufriedenstellen, ist Kibly auf jeden Fall einen Blick Wert und sowohl für größere als auch für kleinere Verkäufer ein enorm nützliches Tool. Während unserer Testphase konnten wir definitiv einen starken bis sehr starken Zuwachs an positivem Feedback verzeichnen. Auch die zahlreichen Möglichkeiten zur Personalisierung haben uns gut gefallen. Lesern, die noch kein automatisiertes Feedback-Tool verwenden, würden wir ein Austesten der Funktionen während des 14-tägigen Probezeitraums* empfehlen.

    *Affiliate-Link

     

  • Erfolgreich verkaufen auf eBay mit diesen Tools!

    Erfolgreich verkaufen auf eBay mit diesen Tools!

    eBay gehört mit Amazon zu den wichtigsten Online Marktplätzen im deutschsprachigen Raum. Diese bieten eine enorme Reichweite und bieten zudem sehr nützliche Tools bzw. Werkzeuge für den Händler an.  Wir stellen Ihnen hier die nützlichsten Tools für eBay vor.

    eBay Plus:

    eBay Plus ist eine gute Möglichkeit um sich vom Wettbewerber zu differenzieren. Und die Vorteile liegen auf der Hand. Mit eBay Plus erhält der Käufer eine sehr schnelle Versandabwicklung und eine kostenfreie und unkomplizierte Rücksendung der Ware.

    Um in den Genuss dieses Dienstes zu kommen muss der Käufer eine Jahresgebühr von 19,90 EUR bezahlen und erhält so alle Produkte die mit eBay Plus gekennzeichnet sind, besonders schnell und versandkostenfrei.

    Aber auch für den Händler selbst ergeben sich Vorteile:

    • eBay Plus Angebote werden besonders hervorgehoben
    • 15 Prozent Rabatt auf die Verkaufsprovision seiner eBay Plus-Transaktionen
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    Screenshot: eBay.de

    Um eBay Plus zu bekommen, muss der Händler seinen Geschäftssitz in Deutschland haben sowie Top Bewertungen und eine schnelle Zahlmethode (Paypal) vorweisen können. Zudem muss eine Sendungsverfolgung bei Artikel über 10 EUR erfolgen.

    eBay Garantie:

    Mit diesem Gütesiegel hat der Händler noch weitere Vorteile als bereits oben erwähnt. Im Rahmen der eBay-Garantie erhält der Händler (vorausgesetzt er erfüllt die eBay-Garantie-Angebote) bessere Platzierungen in den „Besten Ergebnisse“ und 10% auf die Verkaufsprovision. Des Weiteren werden alle Seiten des Händlers auf ebay.de mit dem „eBay Garantie Logo“ ausgezeichnet.

    Damit diese mit dem Logo gekennzeichnet werden, muss der Händler folgende Punkte erfüllen:

    • Top Bewertungen
    • Widerrufsfrist von einem Monat
    • Bearbeitungszeit 1 Tag
    • Und eine schnelle Versandmethode anbieten
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    Screenshot: eBay.de

    eBay Apps und Google Shopping:

    Hier ermöglicht eBay seinen Händlern, direkt mobil präsent zu sein, ohne einen Mehraufwand betreiben zu müssen. Zudem gibt eBay hier kostenlose Tipps zur mobilen Optimierung für Angebote. Des Weiteren werden eBay-Angebote bei Google Shopping angezeigt. So erspart man sich hier den Datenverkehr und eBay übernimmt auch hier die Kosten.

    Autorisierter Händler:

    Bei eBay gibt es ein Partnerprogramm mit dem Namen „Autorisierter Händler“.  Dieses Programm wurde eingeführt, um das Vertrauen der Kunden in  Markenware zu stärken. Dabei benennt der Markenhersteller, welcher die Markenrechte besitzt, diejenigen Händler, die autorisiert sind seine Waren anzubieten. Diese Händler werden auf eBay speziell gekennzeichnet (Markenlogo plus Kennzeichnung „Autorisierter Händler“). Diese Maßnahme schafft Vertrauen und zusätzlichen Umsatz für den Händler.

    Produktkennzeichnungen und Sendungsnummer verfolgen

    Produktkennzeichnungen sind seit dem 29.02.16 für

    • Neue Angebote
    • Wiedereingestellte Angebote
    • Überarbeitete Angebote
    • In „gültig bis auf Widerruf“ Angebote, bereits eingestellte und sich automatisch erneuernde Angebote

    verpflichtend. Auch sind Produktkennzeichnungen in Angeboten mit Varianten seit Juni 2015 in den von eBay vorgeschriebenen Kategorien verpflichtend.

    Sendungsnummer verfolgen: In „Mein eBay“ können Händler sowie Kunde den Status des Versandes mitverfolgen. Dies ist ein enormes Bedürfnis der Kunden und bringt Transparenz zwischen Händler und Verbraucher und schafft zudem zusätzliches Vertrauen.  Damit dies funktioniert muss die Sendungsnummer von Deutsche Post, DHL, DHL Express, Hermes oder DPD hochgeladen werden.

    Hierbei gibt es für den Verkäufer auch einen Vorteil. Wird ein Paket nicht zugestellt,oder nicht rechtzeitig, so greift hier der eBay Verkäuferschutz.

  • Marktplatz-Optimierung: Mit Amazon-SEO und Anzeigen bei Amazon auf die erste Seite!

    Marktplatz-Optimierung: Mit Amazon-SEO und Anzeigen bei Amazon auf die erste Seite!

    Wer im Online-Handel erfolgreich sein möchte kommt an Amazon nicht vorbei. Das bedeutet, dementsprechend gut müssen die Produkte auf der Online-Plattform Amazon gelistet bzw. sichtbar sein.

    Google steht für die Suche nach Informationen aller Art, aber Amazon ganz oben für die Suche nach Produkten. Dies ist ein entscheidender Unterschied. In den USA suchen bereits 44% aller Verbraucher ein Produkt zuerst auf Amazon. Und nur 34% beginnen ihre Suche mit den herkömmlichen Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Bing. In Deutschland ist Amazon der wichtigste Absatzkanal wenn es um E-Commerce geht. Amazon erwirtschaftet bereits 31% des Gesamtumsatzes des Online-Handel lt. IFH (Institut für Handelsforschung).

    Diese Fakten verdeutlichen den enormen Stellenwert von Amazon im Online-Handel. Auf amazon.de werden bereits ca. 250 Millionen Produkte angeboten. Dementsprechend ist es von großer Bedeutung mit seinen Produkten auf dieser Plattform gut gelistet bzw. gut sichtbar zu sein.

    Dafür gibt es 3 Möglichkeiten: SEO für Amazon, Optimierung der Buy-Box und Anzeigen auf Amazon.

    SEO für Amazon

    Eines ist gleich vorweg zu erwähnen: Eine gute Sichtbarkeit bei Amazon lohnt sich besonders für kleinere Shopbetreiber. Denn eine gute Position bei Amazon hat gleichzeitig zur Folge, dass dieser Marktplatz besonders gut bei Google angezeigt wird. Denn kleinere Shops haben es besonders schwer mit den umkämpften Keywords in der organischen Suche gut gelistet zu werden.

    Es gibt zwei Kriterien, welche zuerst erwähnt werden sollten:

    1. Die verkaufte Stückzahl eines Produktes und
    2. die Conversion Rate.

    Diese Kriterien lassen sich in erster Linie nur indirekt beeinflussen. Jedoch gibt es weitere, welche sich durch aktives Handeln im Marketplace auf Amazon direkt beeinflussen lassen. Durch sogenanntes Amazon Marktplatzoptimierung oder auch „SEO für Amazon“, kurz MPO genannt (also MarketPlaceOptimization).

    Dazu gehören:

    • Title
    • Attribute
    • Suchbegriffe
    • Beschreibung
    • Abbildungen und
    • Produktbewertungen

    Generell ist zu erwähnen, dass SEO für Google sich zumeist auf den eigenen Webshop (www.eigenerwebshop.de) bezieht. Es gibt einige Unterschiede zwischen SEO für Google und SEO für Amazon.
    Man kann nur indirekt beeinflussen wie gut eine Amazon-Produktseite bei Google rankt. Aber auch bei der Amazon-Optimierung gilt: Content ist King. D.h. gut befüllte Artikel werden eher bei Google oben gezeigt als Amazon-Produkte die nur wenige Inhalte aufweisen.
    Es ist zu beobachten, dass eine Amazon Produkt-URL oft grundsätzlich bessere Rankings erzielt als eine Produkt-URL aus einem Händlershop. Dies ist insbesondere zu beobachten, wenn ein Shop eine geringe bzw. schwache Sichtbarkeit aufweist. Hier scheint Amazon von Google großes Grundsatzvertrauen entgegengebracht zu werden.

    Buy-Box-Optimierung

    Amazon Buy Box
    Amazon Buy Box (Screenshot: amazon.de)

    Die Buy-Box erscheint am rechten Rand der Seite mit dem Button „In den Einkaufswagen“. Gibt es mehrere Händler für ein Produkt, so wählt Amazon einen aus und gibt diesen als Verkäufer an. Zu bedenken ist, dass mit Abstand die meisten Artikel über diese Buybox verkauft werden.

    Eine Optimierung der Buy-Box ist für jene Händler sehr wichtig, die keine exklusiven Rechte für ihre Produkte besitzen. Amazon gibt keine direkten Kriterien bekannt, wann ein Händler in diese Box integriert wird. Das Unternehmen nennt lediglich Preis und Verfügbarkeit.

    Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Versandmethode. Hier kann der Händler entscheiden ob er den Versand durch Amazon durchführen lässt. Wir sprechen hier vom sogenannten „Prime“-Versand. Falls ja – bekommt der Händler hier entsprechende Vorteile was die Sichtbarkeit in der Buybox betrifft. Zudem kann der Verkäufer den Preis etwas höher ansetzen was auch ein positiver Nebeneffekt ist. Unternehmer welche die hohen Logistikstandards von Amazon nicht erfüllen haben entsprechend schlechte Chancen in der Buy-Box angezeigt zu werden.

    Weitere wichtige Kriterien sind:

    • die Versanddauer,
    • Versandzuverlässigkeit,
    • Händlerbewertungen,
    • fehlerhafte Bestellausführungen,
    • Retourenquote und
    • die Reaktionszeit auf Kundenanfragen.

    Werbeanzeigen/Advertising auf Amazon

    Bei Amazon kann man ähnlich wie bei Google AdWords Anzeigen für Produkte schalten. Jedoch verlinken diese Anzeigen nicht auf den Shop eines Händlers sondern auf das Angebot von Amazon. Die Bezahlung erfolgt ähnlich wie bei AdWords pro Klick. Jedoch liegen die Preise erheblich unter den Preisen der bekannten Suchmaschinen.

    Händler welche diese Art von Werbung nutzen möchten, sollten auf folgende Dinge achten:

    • Anzeigengruppen übersichtlich zu halten
    • Nicht zu viele Produkte mit den gleichen Keywords zu belegen
    • Aussteuerungsoptionen zu nutzen und
    • Den CPC auf Keywordebene festzulegen

    Welche Optimierung passt zu welchem Händler?

    Eine Optimierung für die Buy-Box bietet sich an, falls der eigene Buy-Box-Anteil zu gering ist. Dies erfordert jedoch auch immer eine komplette Analyse des Produkts und des Angebotes. Hat der jeweilige Konkurrent eine annähernd gleiche Sellerperformance wie man selbst und bietet das Produkt auch im Eigenversand an, so könnte man ein wenig an der Preisschraube drehen, um die Buy-Box zu erhalten. Dies kann aber zu einer Zerstörung des Preises führen, wenn der andere Anbieter gleichzeitig mitzieht. Besser wäre es, wenn man in diesem Fall den Artikel bei Amazon einlagert und denen auch den Versand der Ware überlässt. Dann hätte man sogar die Möglichkeit den Preis ein wenig zu erhöhen. Das muss aber von Artikel zu Artikel bedacht werden, weil die Gegebenheiten immer andere sind.

    Anzeigen zu schalten macht Sinn, wenn ein Anbieter nicht in der Buy-Box und nicht in den Suchergebnissen erscheint. Buy-Box oder Suchergebnisse? Dies hängt in erster Linie davon ab, ob ein Produkt exklusiv vertrieben wird. Es ist natürlich klar, dass man die Buybox hat, wenn man der einzige Anbieter eines Produktes auf Amazon ist. Falls dies der Fall sein sollte, sollte der Händler sich auf die „Suche“ konzentrieren. Die Eingabe der richtigen und wichtigen Keywords ist nicht zu unterschätzen. Unterstützend dazu können auch die Marketingtools von Amazon verwendet werden.

    Haben Sie Fragen zur Marktplatz-Optimierung für Amazon? Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt? Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Ihr Feedback.

  • Wish.com, die neue zukünftige Weltmacht im Handel oder nur ein Tryout mit Exit-Strategie?

    Wish.com, die neue zukünftige Weltmacht im Handel oder nur ein Tryout mit Exit-Strategie?

    Wish.com scheint der neue Liebling der Marktplatz-Investoren zu sein. Der derzeitige Wert von Wish beträgt 3,5 Milliarden US-Dollar. Sogar Chinas Retail-Gigant Nummer 2 namens JD.com hat 50 Millionen US Dollar in das US-Startup investiert. Wish setzt vorwiegend auf Billig-Produkte und könnte das neue Amazon im Discountbereich werden und sogar Google Shopping gefährlich werden.

    Gründe die für das Potenzial von Wish sprechen:

    • Die Gründer von Wish sind keine Unbekannten und kennen sich im Web aus. Danny Zhang ist ein ehemaliger Yahoo Manager und Peter Szulczewski kommt von Google.
    • Wish ist 2013 gestartet und ist ein Marktplatz für Waren aller Art und setzt vorwiegend auf seine App, sprich Mobile first. Die App von Wish ist mittlerweile unter den TOP 50 der iPhone-Apps in den USA und in Deutschland auf einem beachtlichen 4. Platz bei den deutschen Shopping Apps.
    • Die Logistik: Wish setzt bei der Logistik nicht auf den eigenen Versand, sondern tritt nur als Marktplatz auf und bekommt eine Provision von 15 Prozent.
    • Billig-Produkte: Hier setzt die Plattform eindeutig auf Händler aus China und erreicht mittlerweile bereits 100 Millionen Nutzer.
    • Niedrige Preise-Keine Marken: Die Plattform bietet die No-Name-Ware derart billig an, dass der Kunde sich keine weiteren Angebote bei anderen Anbieter mehr ansieht. Wish setzt auf Kunden, denen der Preis wichtiger ist als die Marke.
    • Personalisierung: Wish möchte seine Kunden so gut wie möglich kennen und setzt hier gleich die Anmeldung via Facebook ein. Des Weiteren sammelt die Plattform bereits Daten wie Alter, Geschlecht und Lieblings-Produkte während der Anmeldung.
    • Pinterest-Prinzip, Facebook & Instagram: Hier kann der Nutzer anderen Nutzern folgen und natürlich Empfehlungen und Funde teilen. So erhält der Kunde immer passgenaue Produkte zu einem möglichst billigen Preis vorgeschlagen. Der Algorithmus von Wish will per Push-Nachrichten bewerben und nutzt hier zusätzlich die Plattformen Facebook und Instagram. Hier investiert Wish bei Facebook allein 100 Millionen Dollar und erhält so weitere kundenspezifische Daten aus den Netzwerken.
    • Diversifikation mit anderen Apps: Das Unternehmen ContextLogic, welches hinter Wish steht, bietet weitere Apps für spezielle Zielgruppen an, z.B. für Mütter („Mama“), Technikfreaks („Geek“), Beauty-Kunden („Cute“) und Möbel („Home“).

    Wish ist für alle Onlinehändler wie beispielsweise eBay und Amazon ein ernstzunehmender Konkurrent. Amazon soll sogar 10 Milliarden Dollar für die Plattform geboten haben. Aber auch andere Anbieter wie KiK, H&M oder auch Tchibo sollten ein wachsames Auge auf die Plattform haben.

    Das Ziel von Wish könnte laut Gründer Szulczewski dann auch eine Billig-Variante von Google Shopping sein. Wish hat lt. Medienberichten einen momentanen Umsatz im unteren Milliardenbereich.

    Die (derzeitigen) Schwächen von Wish

    • Lieferzeiten (Ware kommt vorwiegend aus China)
    • Qualität der Produkte
    • Retouren
    • Auf der App befindet sich sehr viel Werbung

    Das Prinzip von Wish erinnert an Lesara. Jedoch kauft Lesara selbst ein, produziert Eigenmarken und organisiert die Lieferung. Lesara hat hier vielleicht sogar einen Vorsprung was die Kundenbindung angeht.

    (Screenshot: wish.com nach Login)

     

     

  • Neuer Schnäppchen-Marktplatz aus Schweden namens Fyndiq. Ein Gegner für Amazon und eBay?

    Neuer Schnäppchen-Marktplatz aus Schweden namens Fyndiq. Ein Gegner für Amazon und eBay?

    Seit kurzem drängt ein neuer Schnäppchen-Marktplatz aus Schweden nach Deutschland, mit dem durchaus schwer zu schreibenden Namen Fyndiq. In Schweden gehört der Neuling schon zu den Großen. In Schweden schaffte das Unternehmen bereits einen Umsatz von 21,3 Millionen (2014). Allerdings beeindruckt dies deutsche Händler bis dato eher weniger. Deshalb versucht Fyndiq den Händlern in Deutschland sehr entgegenzukommen und verzichtet deshalb auf großzügige Selbsteinnahmen und setzt auf eine deutliche Differenzierung.

    Fakten und Pläne von Fyndiq:

    • Ab Mai 2016 können deutsche Händler Ihre Produkte für 6 Monate ohne Verkaufsgebühr verkaufen, wenn diese sich bis 15. Februar registrieren. Zudem soll noch eine Marketingkampagne Anfang Mai folgen. Fyndiq hat 20 Millionen Dollar von Investoren rund um den Geldgeber Northzone Ende 2014 erhalten. So sind weitere Aktivitäten gesichert.
    • Ein weiterer Punkt welcher für das Unternehmen spricht ist, dass Fyndiq keine eigenen Produkte führt und so in keiner Konkurrenz zu den Händlern steht. Und Service und Unterstützung mittels Werbemaßnahmen sind Teil des Konzepts des Online-Shops. Auf Fyndiq kann man keine Top-Platzierungen kaufen. Hier entscheiden alleine Kundeninteresse und Umsatz. Der Gründer von Fyndiq sieht den Fokus seines Online-Shops klar als „Schnäppchen-Superstore“.
    • Ein weiterer positiver Ansatz des Online-Shops ist die simple Kostenstruktur. Hier erhält der Händler 95 Prozent des Verkaufspreises. Des Weiteren fallen keine Einrichtungsgebühren noch monatliche Grundgebühren an. Die Versandkostenstruktur ist wie folgt: Der Kunde zahlt pro Bestellung nur einmalig 4,95 EUR. Auch wenn der Kunde bei mehreren Händler bestellt hat. Der Händler trägt seine Versandkosten alleine.
    • Schnittstellen: Hier gibt es bereits Integrationen zu Magento, Gambio, Prestashop und WooCommerce. Des Weiteren sollen Lösungen für Shopware, Magnalister, Plentymarkets, ChannelPilot, OscWare, Unicorn2 und Afterbuy folgen.
    • Der Händler bleibt für den Kunden unsichtbar: So übernimmt Fyndiq die Zahlungsabwicklung, Kundenkommunikation sowie die Retouren-Abwicklung. Im Frühjahr 2016 ist eine zentralisierte Lösung zur Abwicklung der Retouren geplant.

    Zahlen und Fazit zu Fyndiq

    Im Onlinehandel wird es in Zukunft etwas enger werden. Denn niemand der bisherigen zahlreichen Online-Shops und Marktplätze hat sich bisher so positioniert wie der Neuling Fyndiq. Durch die günstigen Konditionen für Händler und die Spezialisierung auf günstige Angebote könnte der neue Online-Shop in Zukunft ein ernstzunehmender Gegner für Amazon und Ebay werden. Die größte Herausforderung für die Händler wird wohl daraus bestehen die Produkte innerhalb 24 Stunden nach Bestellung zu versenden. Die Kernzielgruppe liegt bei 30 Jahre und ist weiblich.  Fyndiq hat ca. 1.600 Händler in Schweden unter Vertrag und konnte bereits nach dem zweiten vollen Geschäftsjahr (2012) einen Umsatz von mehr als 6,2 Millionen Umsatz generieren. Im darauffolgenden Jahr verdoppelte der Online-Shop seinen Umsatz auf 13,6 Millionen Euro. Im Jahr 2014 waren es bereits 21,3 Millionen Euro. Besonders interessant ist die Tatsache, dass die Plattform eine Quote von 68 Prozent wiederkehrender Kunden in ihrem Heimatmarkt aufweist.

    Die Zahlen des noch jungen Unternehmens sprechen eine eindeutige Sprache. Fyndiq ist ein Online-Shop mit Zukunft. Was sich bereits im eigenen Heimatland etabliert hat, muss aber noch nicht zwangsläufig bedeuten, auch im heiß umkämpften Deutschen E-Commerce eine Rolle spielen zu können.

    Zahlenquelle: www.etailment.de

  • Österreichische Händler bei Amazon.de – Es gibt noch großes Potential gegenüber deutschen Marktplatzhändlern

    Österreichische Händler bei Amazon.de – Es gibt noch großes Potential gegenüber deutschen Marktplatzhändlern

    Der Umsatz, der von österreichischen Händlern auf www.amazon.de erwirtschaftet wird, ist noch verbesserungswürdig. Derzeit werden nur ca. 1,2 % der erfüllten Händlerbestellungen von österreichischen Anbietern erfüllt. Deutsche Händler erfüllen hingegen 85,6 Prozent dieser Martkplatzbestellungen.

    Marketplace-Händler auf Amazon.de gewichtet nach Anzahl der Händlerbewertungen
    Marketplace-Händler auf Amazon.de gewichtet nach Anzahl der Händlerbewertungen – Quelle: sistrix.de

    Würde man jetzt das klassische Umrechenmodell (Bevölkerung 10:1) zwischen Deutschland und Österreich heranziehen, müssten die österreichischen Händler ca. 8 % erfüllen. Das heißt, die Österreicher liegen als Anbieter um den Faktor 7 zurück. Die österreichischen Kunden bei amazon.de sind aber durchaus mit der klassischen Quote 10:1 nachvollziehbar, bzw. haben nicht zuletzt mit der Verfügbarkeit von Prime stark aufgeholt. Diese Kunden begeistern E-Commerce-Anbieter nicht zuletzt mit Warenkorbwerten, die deutsche Warenkörbe um bis zu 20 % übersteigen.

    Österreicher auch bei der Länderverteilung der Marketplace-Händler unterrepräsentiert

    Länderverteilung der Marketplace-Händler auf Amazon.de - Quelle: sistrix.de
    Länderverteilung der Marketplace-Händler auf Amazon.de – Quelle: sistrix.de

    Von allen Händlern auf amazon.de machen die österreichischen Anbieter ca. 2 % aus, deutsche Anbieter decken ca. 49,4 % ab. Die Anbieter aus Österreich müssten sich

    1. von der Anbieteranzahl verdoppeln und
    2. Ihre bestehenden Absätze zumindest jeweils verdreifachen, um zu den deutschen Kollegen quantitativ aufzuschließen.

    Selbst wenn man davon ausgeht, das aufgrund der Wirtschaftstruktur in Österreich weniger und kleinere Händler existieren, ist das Aufholpotenzial dennoch enorm. Ein Potenzial, das die Österreicher nicht vergeben sollten, immerhin kommt mehr als die Hälfte aller E-Commerce-Bestellungen an österreichische Haushalte aus dem Ausland, zumeist aus Deutschland. Zudem exportieren die Österreicher deutlich weniger als ihre deutschen Kollegen.

    Österreich qualitativ gleichauf mit Deutschland

    Durchschnittliche Händlerbewertungen im Amazon.de Marketplace nach Land - Quelle: sistrix.de
    Durchschnittliche Händlerbewertungen im Amazon.de Marketplace nach Land – Quelle: sistrix.de

    Qualitativ brauchen sich die Österreicher aber nicht verstecken. Immerhin liegen ihre Durchschnittsbewertungen leicht über deutschem Niveau. Mit 97,1 % positivem Kundenfeedback steht man bei der Lieferqualität auf Platz 3, nur Händler aus der Schweiz und Luxemburg weisen hier noch bessere Werte aus. Der Durchschnitt der deutschen Anbieter erreicht aber ebenfalls ein hohes Niveau mit 97 % positiver Feedbackrate. Die rote Laterne bei der Lieferqualität geht an Händler aus China (94 % Kundenzufriedenheit) und Frankreich (93,8 % Kundenzufriedenheit).

    Gerade für die österreichischen Anbieter, deren Amazon-Heimatmarktplatz auch amazon.de ist, bieten sich besonders attraktive Möglichkeiten. So kann mit der Fokussierung einfach der wesentlich größere deutsche Binnenmarkt erschlossen werden.

    Zwei Dinge sind dabei sicherlich hilfreich:

    1. Eine deutsche Umsatzsteuernummer und
    2. Die Nutzung der deutschen FBA-Läger um logistisch nicht nachzustehen

    Wir von MarktPlatz1 unterstützen gerne interessierte Händler bei der Aufholjagd.

    Bildernachweis: https://www.sistrix.de/news/vermessung-von-amazon-die-haendler/